Arnika

Hildegard von Bingen war die Erste, die Arnika im Mittelalter als Heilmittel beschrieben hatte. Heute gehört Arnikaschnaps oder Arnikaöl in den Alpenländern zum hoch geschätzten Inventar vieler Hausapotheken und gilt als eine der besten entzündungshemmenden und schmerzstillenden Heilpflanzen.

KURZPORTRAIT – ARNIKA

Verwendete Arten

Arnika (Arnica montana L.)

Verwendete Pflanzenteile

Blüten

Sammelzeitpunkt

Die Blüten werden kurz nach dem Aufblühen im Juni und Juli gesammelt. Vorsicht: Arnika steht unter Naturschutz! Man kann getrocknete Blüten über Apotheken beziehen, diese stammen aus angebauten Kulturen und belasten dadurch nicht die heimischen Bestände.

Wirkstoffe

Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone), Flavonoide, ätherisches Öl, Cumarin

Wirkeigenschaften

entzündungshemmend, ödemhemmend, schmerzstillend, durchblutungsfördernd, antibakteriell

Wirkmechanismus

Arnika wirkt durch die enthaltenen Sesquiterpenlactone entzündungshemmend, abschwellend und schmerzstillend. Eine Studie mit 204 Teilnehmern konnte sogar zeigen, dass ein Arnikagel gleichwertig Schmerzen linderte wie eine Zubereitung mit 5% Ibuprofen (Widrig et al. (2007)).

Arnika Schmerzen Wunden Hämatom Prellung Verstauchung

Wissenschaftlich belegte Anwendungen (laut HMPC und ESCOP):

  • Arnikatinktur, -schnaps, -tee oder -gel (jeweils auch als Wickel) äußerlich bei Hämatomen (Blaue Flecken), Quetschungen, Prellungen, Zerrungen, sowie bei akuten Sportverletzungen und seit kurzem auftretenden Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Arnikasalbe, creme oder -öl bei chronischen, d.h. bereits seit längerem bestehenden Muskel- und Gelenkschmerzen, sowie bei rheumatischen Schmerzen
  • Arnikatinktur äußerlich bei Insektenstichen

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Arnikatinktur, -schnaps, -öl oder -salbe äußerlich bei Wunden, Geschwüren, Venenentzündung, Hämorrhoiden
  • Arnikatinktur oder -schnaps als Mundspülung bei Zahnfleisch-, Mund- und Rachenraumentzündungen
  • Arnikaschnaps als Umschlag bei Milchstauung und Brustdrüsenentzündung

Tagesdosierung:
Arnika darf nur äußerlich verwendet werden. Für Umschläge überbrüht man 2g der getrockneten Blüten mit 100g Wasser, lässt dies 5-10 Minuten ziehen und legt den abfiltrierten Auszug nach dem Abkühlen in Form von Umschlägen mehrmals täglich auf. Die Tinktur verdünnt man für Umschläge auf das 3-10fache, bereitet man daraus eine Mundspülung auf jeden Fall auf das 10fache. Salben, Cremen und Gele bereitet man mit bis zu max. 25% Arnikatinktur.

Anwendung bei Kindern:
Aufgrund fehlender Daten wird die äußerliche Anwendung von Arnika Kindern erst ab 12 Jahren empfohlen.

Risiken und Nebenwirkung:
Die Arnikatinktur sollte vor der äußerlichen Anwendung mindestens auf das 3-Fache verdünnt werden, da es sonst zu allergischen Hautreaktionen mit Bläschenbildung kommen kann. Bei einer bekannten Allergie gegenüber Korbblütler sollte auf Arnika gänzlich verzichtet werden. Die innerliche Anwendung von Arnika ist gefährlich. Es wird von Todesfällen berichtet bei welchen bereits ein Schnapsglas (2cl) Arnikaschnaps zum Tod führte. Arnika übt nämlich starke Wirkungen auf das Herz aus. Hierbei kommt es zu herzstärkenden Wirkungen, die allerdings schnell zum Herzstillstand führen können.

Schwangerschaft und Stillzeit:
Derzeit liegen keine Hinweise auf schädigende Wirkungen bei der äußerlichen Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit vor. Eine Anwendung kann aufgrund fehlender Daten trotzdem nicht empfohlen werden.

Kurioses: Der berühmte Arzt und Biologe Conrad Gesner aus der Schweiz starb im Jahr 1565 bei dem Versuch zu Beweisen, dass Arnika ungiftig sei.
Früher wurden getrocknete Arnikablätter auch als Schnupftabak gebraucht, deshalb nennt man ihn in mancherorts auch Bergtabak.

Quelle: Assessmentreport der EMA (Europäische Arzneimittelagentur)

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 2. Dezember 2018 (zuletzt aktualisiert am 19. Februar 2020)

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