Augentrost Augen Entzündung Umschlag

Augentrost – Unentdeckte Heilpflanze?

Augentrost wird Europa sehr verbreitet als Heilpflanze bei Augenerkrankungen verwendet. Doch bisher fehlen wissenschaftliche Untersuchungen.

STECKBRIEF – AUGENTROST

Verwendete Arten

(Gewöhnlicher) Augentrost (Euphrasia officinalis L.)

Verwendete Pflanzenteile

Kraut (oberirdische Teile)

Sammelzeitpunkt

Das Kraut wird kurz vor dem Aufblühen von Juli bis September gesammelt.

Wirkstoffe

Iridoide, Lignane, Flavonoide, Gerbstoffe und ätherisches Öl

Wirkeigenschaften

entzündungshemmend, antimikrobiell, leberschützend, wundheilungsfördernd

Wirkmechanismus

Das Iridoidglykosid Aucubin wirkt über eine Hemmung des Arachidonsäurestoffwechsels entzündungshemmend und wirkt antimikrobiell. Auch die enthaltenen Gerbstoffe vermindern oberflächlich Entzündungen. Das enthaltene ätherische Öl entfaltet antimikrobielle Wirkungen. Letztlich ist hier aber vieles noch unerforscht.

Sinnvolle Anwendungen (laut Kommission E)

  • Aufgrund fehlender Untersuchungen und wegen hygienischer Bedenken, wird derzeit von einer Anwendung am Auge abgeraten

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin

  • Äußerlich als Waschung oder Umschlag bei leichten Augenentzündungen, Gerstenkorn, tränenden Augen und leichten Augenreizungen
  • Innerlich als Tee bei Atemwegserkrankungen, vor allem Schnupfen
  • Innerlich als Tee zur Stärkung des Magens und des Kreislaufs

Tagesdosierung

Es werden 3 bis 4x täglich jeweils 3 g des getrockneten Krautes 10 Minuten in 200 ml Wasser gekocht und unverdünnt nach dem Abkühlen als Umschlag auf das Auge aufgelegt oder als Tee getrunken.

Risiken und Nebenwirkungen

Augentrost gilt als gut verträglich. Wegen einer möglichen zusätzlichen Kontamination des Auges wird derzeit von den Fachkreisen und zuständigen Kommissionen von der Anwendung am Auge abgeraten.

Anwendung bei Kindern

Es gibt keine Hinweise auf schädigende Wirkungen bei Kindern, trotzdem wird die Anwendung aufgrund fehlender Daten Kindern nicht empfohlen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Derzeit liegen keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung bei der Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit vor.

Bisher weitgehend unerforscht

Von Süditalien bis in den Norden Europas wird Augentrost in der europäischen Volksmedizin bei Augenerkrankungen verwendet. Doch obwohl nicht nur im deutschen Namen (engl. eyebright, franz. casse-lunette) ein Hinweis auf eine weitverbreitete jahrhundertelange Anwendung steckt, nähert sich die moderne Forschung nur sehr zögerlich dieser Heilpflanze. Bis heute gibt es noch keine großen Studien die die Wirkung von Augentrost untersucht hätten.

Kurioses: In der Signaturenlehre des Mittelalters sah man in den Blüten – die einem Auge ähneln – einen Hinweis auf die günstigen Wirkungen bei Augenerkrankungen. Erstmals erwähnt wurde Augentrost im 12. Jahrhundert bei Hildegard von Bingen.

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 1. Dezember 2018 (zuletzt aktualisiert am 25. Februar 2020)

Quelle: Monographie der Kommission E

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