Beinwelltinktur

Beinwelltinktur

Das Frühjahr und der Herbst eignen sich am besten, um die Wurzeln des Beinwells auszugraben und daraus eine schmerzstillende Tinktur herzustellen. Dabei ist sie auch optisch ein Hingucker. Denn innerhalb weniger Tage verfärbt sie sich tiefschwarz.

Rezept für eine Beinwelltinktur

  1. Zutaten

    150 g frische oder 100 g getrocknete zerkleinerte Beinwellwurzel
    500 ml 40% Alkohol

  2. Zutaten mischen

    Die grob zerkleinerte Beinwellwurzel in ein mindestens 1 l fassendes Gefäß geben und Alkohol dazu geben.

  3. Tinktur ansetzen

    Das Gefäß verschließen und an einem dunklen Ort für min. 3 Wochen stehen lassen (dabei immer wieder kurz schütteln).

  4. Abfiltrieren

    Die gewonnene tiefschwarz gefärbte Tinktur in eine saubere Flasche abfüllen.

  5. Haltbarkeit und Lagerung

    Lichtgeschützt bei Raumtemperatur gelagert ist die Tinktur 2 Jahre haltbar.

  6. Anwendung

    Die Beinwelltinktur eignet sich äußerlich bei leichten Prellungen, Verstauchungen oder auch Gelenkschmerzen.

  7. Anwendung

    Die Tinktur mehrmals täglich als Umschlag oder Wickel auf die schmerzende oder geschwollene Stelle auflegen.

Beinwell hilft bei Schmerzen

Beinwell wirkt entzündungshemmend, schmerzstillend und abschwellend. Außerdem regt diese die Regeneration von Gewebeschäden an. Das lässt sich auch durch mehrere klinische Studien beweisen. So gibt es beispielsweise eine Studie die bei Patienten die an Schmerzen am Fußknöchel klagten, dass eine Zubereitung aus Beinwell mit einem Diclofenacgel verglich. Es zeigte sich, dass Beinwell eine gut verträgliche Alternative zu diesem Standardschmerzmittel darstellt(1). Eine weitere Studie mit 120 Teilnehmern bescheinigte Beinwell im Vergleich zur Placebogruppe bei Rückenschmerzen eine signifikante Wirksamkeit(2).

Risiken und Nebenwirkungen 

Aufgrund der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide darf die Anwendung nur äußerlich erfolgen! Innerlich darf man weder Wurzeln noch Blätter verwenden. Die Pyrrolizidinalkaloide führen sonst zu Leberschäden. Außerdem gibt es Hinweise aus Tierversuchen wonach Pyrrolizidinalkaloide in hohen Mengen und über einen längeren Zeitraum krebserregend wirken. Deshalb darf man Beinwell auch äußerlich nur auf intakter Haut, also nicht auch Hautverletzungen auftragen. Auch in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern darf man Beinwell nicht verwenden.

Schon von Hildegard von Bingen geschätzt

Die Beinwelltinktur hat in Europa eine jahrhundertelange Tradition bei Schmerzen und Entzündungen. Früher nannte man Beinwell – unter anderem auch Hildegard von Bingen (12.Jahrhundert) – „Consolida“. Consolida ist Latein und heißt übersetzt soviel wie „zusammenwachsen“. Beinwell war nämlich in Europa bereits in der Antike eine wichtige Heilpflanze bei Knochenbrüchen und anderen Verletzungen. Das verwundert nicht, bezeugt doch auch die moderne Forschung, dass Beinwell eine hervorragende schmerzstillende und regenerierende Wirkung besitzt.

Wo bekommt man Beinwellwurzel?

Die Wurzel des Beinwell gräbt man im März/April oder Oktober. Falls ihr die Wurzel nicht selbst sammeln könnt, bekommt ihr Beinwellwurzeln auch in der Apotheke zu kaufen.

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 2. Dezember 2018 (zuletzt aktualisiert am 18. April 2020)

Quellen:
(1) D´Anchise et al.:Comfrey extract ointment in comparison to diclofenac gel in the treatment of acute unilateral ankle sprains (distortions). Arzneimittelforschung. 2007;57(11):712-6.
(2) Giannetti et al.: Efficacy and safety of comfrey root extract ointment in the treatment of acute upper or lower back pain: results of a double-blind, randomised, placebo controlled, multicentre trial. Br J Sports Med. 2010 Jul;44(9):637-41.

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