Eibisch kalt oder heiss zubereiten

Eibisch – Kalt oder heiß zubereiten?

Eibisch ist die richtige Heilpflanze bei trockenem Reizhusten. Doch für viele ist nicht klar: muss man Eibisch kalt oder heiß zubereiten? Denn es gibt zwei unterschiedliche Zubereitungsarten – und beide haben ihre Vorteile:

Der normale Teeaufguss (Heißwasserauszug oder Infus): Das Pflanzenmaterial wird mit siedend heißem Wasser übergossen, das Ganze 5 bis 10 Minuten ziehen gelassen und dann abgeseiht. Dieser Auszug geht zum einen sehr schnell, andererseits werden durch das heiße Wasser auch potentielle Keime abgetötet. Der Heißwasserauszug ist deshalb tendenziell länger haltbar als der Kaltwasserauszug.

Der Kaltwasserauszug (Mazerat): Das Pflanzenmaterial wird mit kaltem Wasser übergossen und das Ganze 1 bis 2 Stunde stehen gelassen. Anschließend wird das Ganze kurz bis zum Sieden erhitzt, abfiltriert und der Tee warm getrunken. Es handelt sich hierbei um ein sehr mildes Auszugverfahren. Allerdings dauert es länger als der Heißwasserauszug und potentielle Keime werden nicht abgetötet.

Eibisch kalt oder heiß

Eibischblätter heiß ausziehen

In vielen Büchern findet man bis heute den Ratschlag, man möge Eibisch, ähnlich wie andere Arzneipflanzen mit reizlindernden Schleimstoffen (z.b. Isländisch Moos, Malvenblätter/-blüten) als Kaltauszug herstellen. Man ging nämlich lange davon aus, dass die wirksamen Schleimstoffe nicht hitzestabil sind und dementsprechend zerstört werden. Dies wurde allerdings in einer Dissertation an der Universität Wien laut Prof. Reinhard Länger widerlegt, weshalb dieser Ratschlag aus heutiger Sicht überholt ist. Denn die Schleimstoffe werden nicht durch die Hitze des heißen Wassers zerstört. Auf die Frage ob Eibisch kalt oder heiß zubereitet werden sollte, empfiehlt sich deshalb die Antwort dass Blätter und Blüten nach diesen Erkenntnissen als heißer Teeauszug bereitet werden sollten. Denn ein Heißwasserauszug reduziert Keime. Zusätzlich ist es von der Handhabung einfacher, auch weil Eibisch oftmals in Mischungen mit anderen Pflanzen vorkommt, die zwingend heiß ausgezogen werden sollten (z.B. Thymian).

Für einen Eibischblättertee 1 Teelöffel mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und anschließend lauwarm trinken.

Eibischwurzel kalt ansetzen

Allerdings, die Wurzel sollte nach wie vor kalt angesetzt werden. Denn es zeigte sich, dass sich die Schleimstoffe aus der Eibischwurzel beim Heißwasserauszug (Tee) nur ungenügend lösen. Denn die Wurzel enthält auch reichlich Stärke, welche beim Überbrühen der Wurzeln mit heißem Wasser verkleistert. Durch diese Verkleisterung bildet sich an der äußeren Schicht der Wurzel eine abdichtende Schicht, die verhindert, dass sich die wirksamen Schleimstoffe in vollem Umfang im Wasser lösen. Deshalb ist es besser Eibischwurzel kalt anzusetzen.

Hierfür übergießt man 3 Teelöffel mit einem halben Liter kaltem Wasser und lässt das Ganze ca. 90 Minuten stehen. in dieser Zeit rührt man immer wieder um. Anschließend wird die Lösung abgeseiht und vor dem Trinken leicht erwärmt.

Da gelöste Schleimstoffe gerade in einem Kaltauszug ein idealer Nährboden für Bakterien sind, muss man diesen innerhalb von wenigen Stunden aufbrauchen.

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 1. Dezember 2018 (zuletzt aktualisiert am 11. April 2020)

Quelle: http://www.phytotherapie.co.at/pdf/PT0107.pdf

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