Eiche

Eiche

In Europa wird die Eiche seit Jahrtausenden mythologisch verehrt und medizinisch verwendet. Aufgrund ihrer vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten sollte Eichenrinde in keiner Hausapotheke fehlen.

KURZPORTRAIT – EICHE

Verwendete Arten

Stieleiche (Sommereiche)(Quercus robur L.), Traubeneiche (auch Steineiche oder Wintereiche)(Quercus petraea Liebl.) und Flaumeiche (Quercus pubescens Wild.)

Verwendete Pflanzenteile

Rinde

Sammelzeitpunkt

Die Rinde junger Eichenbäume oder Äste wird im Frühling kurz vor dem Austreiben der Blätter gesammelt.

Wirkstoffe

Gerbstoffe

Wirkeigenschaften

hautabdichtend, juckreizstillend, entzündungshemmend sowie leicht antibakteriell und antiviral

Wirkmechanismus

Für die angeführten Wirkungen sind allen voran die Gerbstoffe verantwortlich, wobei Eichenrinde mit bis zu 20% Gerbstoffen zu den gerbstoffreichsten heimischen Heilpflanzen zählt. Die hautabdichtenden Effekte machen Haut und Schleimhäute unempfindlicher gegenüber äußeren Reizen. Wunden und Irritationen an Haut und Schleimhäuten heilen dadurch schneller ab.

Eichenrinde

Wissenschaftlich belegte Anwendungen (laut HMPC und ESCOP):

  • Die Rinde äußerlich als Abkochung (Sitzbad oder Umschlag), Fluidextrakt oder Tinktur äußerlich als Umschlag bei entzündlichen Hauterkrankungen wie dem akuten Ekzem, bei Juckreiz oder als Sitzbad bei Hämorrhoiden
  • Die Rinde innerlich als Abkochung, Fluidextrakt oder Tinktur als Mundspülung bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • Die Rinde als Abkochung innerlich bei leichten Durchfallerkrankungen

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Die Rinde äußerlich als Abkochung, Fluidextrakt oder Tinktur bei Venenleiden

Tagesdosierung:
Heutzutage erfolgt die Anwendung hauptsächlich äußerlich als Sitzbad oder als Umschlag sowie als Spüllösung im Mund- und Rachenraum. Man kann Eichenrinde aber auch bei leichten Durchfallerkrankungen verwenden. Hierzu werden dreimal täglich je 1 g Eichenrinde pro Tasse Tee als Abkochung getrunken.

Anwendung bei Kindern:
Wegen fehlender Daten kann derzeit die innerliche Anwendung bei Kindern nicht empfohlen werden.

Risiken und Nebenwirkung:
Eichenrinde gilt als gut verträglich, lediglich bei großflächigen Ekzemen oder Wunden sollte man auf Eichenrinde verzichten. Bei der innerlichen Einnahme als Tee können die hohen Gerbstoffmengen zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Schwangerschaft und Stillzeit: 
Wegen unzureichender Daten kann derzeit die innerliche Anwendung von Eiche während Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen werden. Die äußere kleinflächige Anwendung beispielsweise als Sitzbad kann auch in der Stillzeit erfolgen.

Anmerkungen zur Zubereitung:
Für die Zubereitung eines Sitzbades verwendet man 5 g Eichenrinde pro Liter Wasser. Möchte man aus Eichenrinde Umschläge, Spülungen oder Gurgellösungen herstellen, sind es 20 g Eichenrinde pro Liter Wasser. Die Zubereitung sollte immer als Abkochung, bei welcher die Eichenrinde zusammen mit dem Wasser einige Minuten aufgekocht wird, hergestellt werden.

Kurioses: Schon in der Antike galt Eichenrinde als ein „austrocknendes“ Heilmittel, welches bei Durchfall und Bluterbrechen empfohlen wurde. Gleichzeitig galt die Eiche bei unseren Vorfahren als heiliger Baum und als Baum der Stärke, wie dies bis heute Sprachwendungen („Stark wie eine Eiche“) und der lateinische Name (lat. robur = Kraft) belegen.

Quellen: Assessmentreport der EMA (Europäische Arzneimittelagentur)

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 12. Jänner 2020 (zuletzt aktualisiert am 9. Februar 2020)

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