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Frauenmantel

Im Mittelalter versuchten die Alchimisten aus dem Tau der Blätter den Stein der Weisen zu gewinnen. Heute wird Frauenmantel als Heilpflanze bei Frauenkrankheiten hochgeschätzt, worauf auch die volkstümlichen Namen „Frauenhilf“ und „Aller Frauen Heil“ verweisen. In der Gegend um Mariazell in Niederösterreich nennt man Frauenmantel auch das „Fruchtbarkeitskräutl“, weil man diesem vielerorts fruchtbarkeitssteigernde Wirkungen nachsagt.

KURZPORTRAIT – FRAUENMANTEL

Verwendete Arten

Gemeiner Frauenmantel (Alchemilla vulgaris L.)

Verwendete Pflanzenteile

Kraut (oberirdische Teile)

Sammelzeitpunkt

Das Kraut wird kurz vor dem Aufblühen von April bis Juli gesammelt.

Wirkstoffe

Gerbstoffe, Bitterstoffe

Wirkeigenschaften

adstringierend, stopfend

Wirkmechanismus

Frauenmantelkraut ist reich an Gerbstoffen und wirkt dadurch adstringierend, also zusammenziehend und schützt Haut und Schleimhäute. Deshalb kann Frauenmanteltee bei Durchfallerkrankungen und als Spülung bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum hilfreich sein. Über mögliche Wirkmechanismen zu Anwendungen in der Frauenheilkunde ist derzeit nichts bekannt.

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Wissenschaftlich belegte Anwendungen (laut HMPC und ESCOP):

  • Tee bei Durchfallerkrankungen und Magen-Darmverstimmungen
  • Tee als Spülung bei Schleimhauterkrankungen im Mund- und Rachenraum

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Tee bei zu starker Menstruationsblutung
  • Tee bei Wechseljahrsbeschwerden
  • Tee als Schwangerschaftstee um die Gebärmutter zu stärken und die Geburt zu erleichtern
  • Frisches Blatt als Einreibung um Sommersprossen zu verringern
  • Abkochung als Sitzbad bei Ausfluss und entzündlichen Unterleibserkrankungen
  • Tee bei Kinderlosigkeit
  • Abkochung als Umschlag bei Ekzemen und Wunden

Tagesdosierung:
5-10g des getrockneten Frauenmantelkrautes, aufgeteilt auf 2 bis 3 Tassen pro Tag.

Anwendung bei Kindern:
Aufgrund fehlender Daten wird Frauenmantel Kindern erst ab 12 Jahren empfohlen.

Risiken und Nebenwirkung:
Nach derzeitigem Wissensstand sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keinerlei Nebenwirkungen zu erwarten. Allerdings sollte der Tee wegen nicht auszuschließender hormoneller Wirkungen (Progesteronsekretion wird möglicherweise bei der Frau gesteigert) bei Kindern mit Vorsicht verwendet werden.

Schwangerschaft und Stillzeit:
Bisher gibt es keine Hinweise wonach bei der Anwendung von Frauenmantel in Schwangerschaft und Stillzeit negative Auswirkungen zu erwarten sind. Im Gegenteil: in der Erfahrungsmedizin wird Frauenmanteltee gerade in der Schwangerschaft empfohlen.

Kurioses: In der alpinen Volksheilkunde wird behauptet, dass der Alpen-Frauenmantel (Alchemilla alpina) wirksamer sei, als der normale Frauenmantel.
Frauenmantel ist ein Wetterzeiger: Befindet sich Tau in den Blättern kommt schlechtes Wetter, kein Tau bedeutet schönes Wetter.

Quelle: Monographie der ESCOP und Kommission E

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 2. Dezember 2018 (zuletzt aktualisiert am 24. Februar 2020)

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