Hopfen

Hopfen

Hopfen ist nicht nur ein wichtiges Würzmittel für Bier, sondern wird bereits seit dem Mittelalter auch als Beruhigungsmittel verwendet.

Verwendete Art: (Gewöhnlicher) Hopfen (Humulus lupulus L.)
Verwendete Pflanzenteile: Hopfenzapfen
Sammelzeitpunkt: Die Hopfenzapfen (weibliche Blütenstände) werden im September kurz vor dem völligen ausreifen gesammelt. Danach werden diese sofort bei 30 bis 50 Grad getrocknet.
Wirkstoffe: Bitterstoffe (u.a. Humulone, Lupulone), ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide
Wirkeigenschaften: Beruhigend, schlafanstoßend, verdauungsanregend, krampflösend, antimikrobiell, leicht östrogen
Wirkmechanismus: Hopfenzapfen wirken schlafanstoßend und beruhigend, wodurch sich die Einschlafzeit verkürzt. Schlafprobleme können auf diese Weise sanft gebessert werden. Zusätzlich lindert Hopfen Nervosität und Angstzustände. Als wirksame Komponenten gelten die in den Hopfenzapfen enthaltenen Bitterstoffe Humulon und Lupulon und deren flüchtiges Umwandlungsprodukt, das sogenannte Methylbutenol. Die Bitterstoffe wirken verdauungsanregend, wodurch Völlegefühl, Blähungen aber auch Appetitlosigkeit gebessert werden.

Hopfen
Hopfenzapfen

Wissenschaftlich belegte Anwendungen:

  • Als Tee oder Trockenextrakt innerlich zur Beruhigung bei Schlafstörungen, Unruhe und Ängstlichkeit

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Als Kräuterkissen oder Badezusatz äußerlich zur Beruhigung bei Schlafproblemen und Nervosität
  • Als Tee oder Tinktur innerlich bei Verdauungsbeschwerden

Tagesdosierung: Die empfohlene Tagesdosierung liegt bei 1 bis 2-mal täglich je 2 Teelöffel (0,5 g) der getrockneten Hopfenzapfen pro Tasse Tee. Die Teemischung kann man mit den ebenfalls entspannend wirkenden Melissenblättern kombinieren. So schmeckt der Tee weniger bitter. Der Tee sollte bei Schlafproblemen eine halbe Stunde vor dem Schlafen gehen getrunken werden. Sinnvoll ist auch die Einnahme von Kapseln, Tabletten und Dragees mit Hopfen in der Kombination mit anderen beruhigenden Heilpflanzen wie Melisse, Baldrian oder Passionsblume. Hierbei muss man aber auf einen ausreichenden Gehalt eines Trockenextraktes achten.

Anwendung bei Kindern:
Wegen fehlender Daten kann die Anwendung bei Kindern derzeit nicht empfohlen werden. Eine Alternative die auch bei Kindern möglich ist wäre die Melisse.

Risiken und Nebenwirkung: Hopfen gilt als gut verträglich. Die im Hopfen enthaltenen Phytoestrogene können theoretisch Zyklusstörungen verursachen, sind aber – sofern die übliche Tagesdosierung eingehalten wird – in ihrer Wirkung vernachlässigbar.

Schwangerschaft und Stillzeit: Wegen nicht auszuschließender hormoneller Effekte und fehlender Daten zur Sicherheit, kann derzeit die Anwendung von Hopfen in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen werden.

Anmerkungen zur Zubereitung: Da die wirksamen Bestandteile von Hopfen flüchtig sind, kann man aus Hopfen auch sehr gut ein Kräuterkissen zubereiten. Dieses muss allerdings aufgrund der flüchtigen Wirksubstanzen wöchentlich erneuert werden.

Kurioses: Hopfen ist spätestens seit dem Deutschen Reinheitsgebot vom Jahre 1516 einer der zentralen Inhaltsstoffe der Bierherstellung. Die bitteren Inhaltsstoffe verleihen dem Bier den bitteren Geschmack und die antimikrobiellen Wirkungen des Extraktes machen das Bier haltbarer.

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 12.01.2020

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