Huflattich Pyrrolizidinalkaloide Heilpflanze Husten

Huflattich – Umstrittenes Hustenmittel

Huflattich ist ein umstrittenes Hustenmittel. Denn bei der Anwendung ist wegen der leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide Vorsicht geboten.

STECKBRIEF – HUFLATTICH

Verwendete Arten

Huflattich (Tussilago farfara L.)

Verwendete Pflanzenteile

Blätter

Sammelzeitpunkt

Die Blätter werden im Mai und Juni gesammelt. Huflattichblätter sollten wegen des unklaren Gehaltes an Pyrrolizidinalkaloiden allerdings nicht selbst gesammelt werden.

Wirkstoffe

Schleimstoffe, Gerbstoffe, Bitterstoffe und ätherisches Öl

Wirkeigenschaften

reizlindernd, entzündungshemmend

Wirkmechanismus

Die im Huflattich enthaltenen Schleimstoffe legen sich über gereizte Stellen im Mund- und Rachenraum. Dadurch werden nicht nur trockener Husten, sondern auch Entzündungen im Rachenraum gelindert. Außerdem wirken die enthaltenen Bitterstoffe etwas kräftigend.

Sinnvolle Anwendungen (laut ESCOP und HMPC)

  • Die Blätter als Tee bei trockenem Husten und Heiserkeit.
  • Die Blätter als Mundspülung bei Entzündungen der Rachenschleimhaut.

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin

  • Die frischen Blätter als Umschlag bei Insektenstichen und Venenproblemen.
Huflattichblätter Husten Pyrrolizidinalkaloide

Tagesdosierung

Für die Zubereitung eines Tees nimmt man ca. 1 bis 2 g der getrockneten Blätter (1 Teelöffel) pro Tasse Tee. Man kann hiervon bis zu 3-mal täglich eine Tasse trinken. Allerdings sollten nur Blätter verwendet werden die hinsichtlich des Gehaltes an Pyrrolizidinen überprüft wurden. Wildsammlungen sind nicht zu empfehlen. Überprüfte Ware bekommt man – zumindest in Deutschland – in Apotheken zu kaufen. Generell sollte Huflattichtee maximal 2 Wochen verwendet werden.

Risiken und Nebenwirkungen

Huflattich enthält leberschädigende Pyrrolizinalkaloide. Deshalb muss die Tagesdosierung unbedingt eingehalten werden. Denn Pyrolizidinalkaloide können die Leber schädigen und zeigen im Tierversuch sogar krebserregende Wirkungen.
Weil besonders die Blüten einen höheren Gehalt dieser Alkaloide aufweisen, sollten diese nicht verwendet werden. Im Handel befinden sich mittlerweile auch Huflattichsorten, welche kaum Pyrrolizidinalkaloide enthalten. Beispielsweise enthält der Schoenenberger Huflattichpresssaft, durch Verwendung spezieller Sorten, kaum Pyrrolizidine.

Anwendung bei Kindern

Aufgrund des enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide wird Huflattich erst ab 18 Jahren empfohlen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wegen dem enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide darf Huflattich in Schwangerschaft und Stillzeit nicht verwendet werden.

Alternativen zu Huflattich

Falls man keine pyrrolizidinfreien Sorten bekommt, kann man auf andere reizstillende Heilpflanzen wie Isländisch Moos, Eibisch, Königskerze, Spitzwegerich oder Malve ausweichen. Diese sind gänzlich frei von Pyrrolizidinalkaloiden.

Für welche Haustiere ist Huflattich giftig?

Pyrrolizidinalkaloide sind in hohen Mengen für alle Wirbeltiere leberschädigend. Besonders giftig sind Pyrrolizidinalkaloide in hohen Mengen für Kühe und Pferde. Etwas weniger giftig sind diese dagegen für Ziegen und Schafe. Allerdings enthält Huflattich nur wenige dieser Stoffe, weshalb man beispielsweise Pferden Huflattich bei Husten kurzfristig verabreichen kann. Aber gerade Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen sollten nur wenig Huflattich bekommen.

Unterschied Huflattich und Pestwurz

Mitunter kann man Huflattichblätter mit den sehr ähnlich aussehenden Pestwurzblätter verwechseln. Das ist fatal, denn Pestwurz enthält viel höhere Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden. Unterschiede liegen zum einen in der Blattunterseite: Jene von Huflattichblätter ist im Gegensatz zu den Pestwurzblättern filzig behaart. Außerdem werden die Pestwurzblätter im Laufe des Sommers viel größer (bis über 60 cm) als jene der Huflattichblätter (10 bis 20 cm).
Schneidet man sich einen Stängel des Huflattich auseinander erkennt man die Leitbündel U-förmig. Bei der Pestwurz sind diese dagegen zerstreut. Außerdem sind die Blätter des Huflattich spitz gezähnt, während jene der Pestwurz stumpf sind.

Stand der wissenschaftlichen Forschung

Huflattich wurde als Heilpflanze bisher lediglich in Tierversuchen untersucht. Hier zeigen beispielsweise Untersuchungen an Mäusen dass Husten und Entzündungen gedämpft werden(1). Der Grad der wissenschaftlichen Aufarbeitung liegt allerdings immer noch im unteren Bereich. Klinische Studien am Menschen fehlen gänzlich. Anhand der enthaltenen Schleimstoffe scheint die reizlindernde Wirkung allerdings plausibel. Auch bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut mildern diese die Irritationen ab.

Kurioses: Der lateinische Name stammt von „tussis ago“ (= ich vertreibe Husten) und zeugt von der traditionsreichen Verwendung dieser Heilpflanze. Im Volksmund wird Huflattich auch als „Eselstritt“ bezeichnet. Dieser Name kommt genauso wie der Name Huflattich von der hufartigen Form der Blätter.

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 3. April 2020 (zuletzt aktualisiert am 14. April 2020)

Quellen und weiterführende Links:
(1) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26439905
Monographie der Kommission E zu Tussilago farfara
Pyrrolizidinalkaloide in Kräutertees (Deutsches Bundesinstitut für Risikobewertung): https://www.bfr.bund.de/cm/343/pyrrolizidinalkaloide-in-kraeutertees-und-tees.pdf

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