Johanniskraut – Hilft bei leichter Depression

Das Johanniskraut hilft bei einer leichten Depression. Zusätzlich wirkt das Johanniskrautöl gegen verschiedene Hautkrankheiten und Nervenschmerzen.

STECKBRIEF – JOHANNISKRAUT

Verwendete Arten

Tüpfel-Johanniskraut (Hypericum perforatum L.)

Verwendete Pflanzenteile

Kraut (oberirdische Teile)

Sammelzeitpunkt

Das Kraut sollte kurz vor dem Aufblühen von Juni bis August gesammelt werden.

Wirkstoffe

Hypericin, Hyperforin, Xanthone, Flavonoide

Wirkeigenschaften

antidepressiv, durchblutungsfördernd, antibakteriell, antiviral, schmerzlindernd

Wirkmechanismus

Für die Wirkungen dürften vor allem das in den Blüten vorkommende Hypericin und das Hyperforin verantwortlich sein. Die Konzentration von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin werden erhöht und dadurch können Depressionen abgemildert werden. Das unter anderem durch Hypericin rot gefärbte Johanniskrautöl, das durch einen Ölauszug aus den Blüten gewonnen wird, zeigt zudem durchblutungsfördernde, schmerzlindernde, antivirale sowie antibakterielle Effekte.

Johanniskraut Johanniskrautöl Depression Nervosität Blüten

Sinnvolle Anwendungen (laut HMPC und ESCOP)

  • Trockenextrakt (Kapsel oder Tabletten) gegen leichte bis mittelschwere Depressionen, psychovegetative Störungen, Angst und nervöse Unruhe
  • Johanniskrautöl innerlich gegen Verdauungsbeschwerden
  • Johanniskrautöl äußerlich gegen Nervenschmerzen (z.b. bei Gürtelrose), Muskelschmerzen, Prellungen und leichten Verbrennungen

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin

  • Johanniskrautöl oder Tee innerlich bei Halsschmerzen und Bronchitis
  • Das Johanniskrautöl äußerlich bei Wunden und trockenen Ekzemen
  • Johanniskrautöl bei Ohrenschmerzen ins Ohr geträufelt
  • Ein Johanniskrautöl oder eine Tinktur äußerlich bei rheumatischen Schmerzen, Gicht und Bandscheibenleiden

Tagesdosierung

2-4 g des getrockneten Johanniskrautes, aufgeteilt auf 2 bis 3 Tassen Tee pro Tag. Für die Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen eignen sich besonders Fertigpräparate mit 300 bis 900mg Trockenextrakt.

Risiken und Nebenwirkungen

Johanniskraut kann den Blutspiegel zahlreicher Wirkstoffe (z.b. Amitryptylin, Cyclosporin, Digoxin, Ininavir, Irinotecan, Warfarin, Phenprocoumon, orale Kontrazeptiva, Simvastatin, Alprazolam und Dextromorphan) verringern, wodurch diese schwächer wirken. Johanniskraut kann innerlich eingenommen das Auftreten von Sonnenbränden begünstigen. Man sollte Johanniskraut nicht mit anderen Antidepressiva kombinieren, da dies zu einem sehr gefährlichen Serotoninsyndrom führen kann. In seltenen Fällen kann die Einnahme von Johanniskraut zu Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Juckreiz führen.

Anwendung bei Kindern

Aufgrund fehlender Daten wird die Anwendung von Johanniskraut als Tee Kindern erst ab 18 Jahren, das Johanniskrautöl ab 12 Jahren empfohlen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Da die Datenlage bezüglich der Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit sehr schwach ist, wird die diesbezügliche Anwendung nur nach ärztlicher Anordnung empfohlen.

Kurioses: In Hexenprozessen verabreichte man den Beschuldigten Johanniskrauttropfen, um sie dem Einfluss des Teufels zu entziehen und ihnen Geständnisse zu entlocken.

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 2. Dezember 2018 (zuletzt aktualisiert am 14. Mai 2020)

Quelle: Assessmentreport der EMA (Europäische Arzneimittelagentur)

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