Karottensuppe nach Moro (gegen Durchfall)

Die Karottensuppe nach Moro ist ein ausgezeichnetes Heilmittel bei Durchfall. Man bereitet diese mit wenigen Handgriffen aus Karotten, Wasser und Salz.

Seit 1908 ist dieses Rezept in Gebrauch und hat sich bei normalen Durchfallerkrankungen (vor allem bei Kindern) bewährt. Der Namensgeber dieses Rezeptes ist der Kinderarzt Ernst Moro, der dank dieses Hausmittels die Sterberate bei Säuglingen und Kleinkindern wegen Durchfalls in der Kinderklinik in Heidelberg deutlich senken konnte. In den letzten Jahrzehnten geriet dieses einfache Rezept zunehmend in Vergessenheit bis unter anderem Untersuchungen an der Universität Wien den Wirkmechanismus aufklärten und dieses Hausmittel wieder in den Fokus universitärer Forschung stellte.
Das besondere an diesem Heilmittel: es ist effektiv wirksam und mit einfachsten Zutaten schnell zubereitet.

Rezept: Karottensuppe nach Moro

  1. Zutaten

    500 g geschälte Karotten
    1 l Wasser
    3 g Salz

  2. Zutaten kochen

    Die Karotten werden grob zerkleinert und etwa 60 bis 90 Minuten lang gekocht.

  3. Pürieren

    Danach werden die Karotten am besten mit einem Stabmixer püriert oder durch ein Sieb gedrückt, damit ein Brei entsteht.

  4. Auffüllen und verfeinern

    Die gewonnene Suppe wird mit Wasser auf 1 Liter (denn durch das Kochen kann ein Teil der Flüssigkeit verloren gegangen sein) aufgefüllt und anschließend mit dem Salz verfeinert. Die Österreichische Gesellschaft für Phytotherapie empfiehlt hierzu noch die Zugabe von einem Esslöffel Butter und einem Esslöffel Zucker. Dies wertet den Geschmack etwas auf und die Kinder mögen es lieber.

  5. Haltbarkeit und Lagerung

    Zum sofortigen Gebrauch gedacht, im Kühlschrank gelagert 1 Tag haltbar. Friert man die Suppe in kleinen Gläsern ein, hat man bei Bedarf ein noch schnelleres Hausmittel.

  6. Anwendung

    Bei Durchfall.

  7. Dosierung

    Erwachsene sollten über den Tag verteilt die Suppe essen.

Warum hilft eine Karottensuppe bei Durchfall?

Durch das Kochen und dem anschließenden Pürieren der Karotten werden sogenannte saure Oligosaccharide freigesetzt. Diese verhindern das Anhaften der Keime an der Darmwand, wodurch diese Keime durch das ebenfalls vorhandenen Pektin gebunden werden. Der Stuhl wird wieder fester und die dem Durchfall zugrunde liegende keimbedingte Irritation der Darmschleimhaut wird verringert.
In Fachkreisen wird dieses Hausmittel auch als ein mögliches Durchfallmittel beim gefürchteten EHEC gesehen (mehr dazu hier).
Oligosaccharide finden sich übrigens auch in Äpfeln und Bananen. Aus diesem Grund kann bei Durchfall auch ein geriebener Apfel (ungeschälten Apfel reiben und braun werden lassen) oder eine zerdrückte Banane sehr hilfreich sein.

Vorsicht: Durchfall nicht auf die leichte Schulter nehmen!

Ein großes Risiko besonders bei Säuglingen und Kleinkindern, aber auch bei älteren Personen ist das durch den großen Wasserverlust im Verhältnis zum geringen Körpergewicht bedingte Austrocknen. Deshalb sollte man bei starken Beschwerden sofort zum Kinderarzt oder in die Ambulanz. Das gilt genauso bei Warnzeichen wie:

  • eingesunkene Fontanelle bei Säuglingen
  • Apathie
  • tiefliegenden Augen
  • stehenden Hautfalten

Falls ihr nach weiteren Rezepten gegen Durchfall sucht, hätten wir hier noch ein Rezept für einen Durchfalltee.

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 11. Februar 2019 (zuletzt aktualisiert am 12. Mai)

Quelle:
Link zur Österreichischen Apothekerkammer (Karottensuppe nach Moro)

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