Lavendel – Reduziert Angst

Lavendel beruhigt und reduziert Angst. Ob als Tee oder in Form des ätherischen Öls eignet es sich zudem bei Verdauungsbeschwerden und als Einschlafhilfe.

STECKBRIEF – LAVENDEL

Verwendete Arten

(Echter) Lavendel (Lavandula angustifolia Mill.)

Verwendete Pflanzenteile

Blüten, ätherisches Öl

Sammelzeitpunkt

Die Blüten werden im Juli und August kurz nach dem Aufblühen gesammelt.

Wirkstoffe

Ätherisches Öl (v.a. Linalylacetat, Linalool), Gerbstoffe

Wirkeigenschaften

beruhigend, angstlösend, antibakteriell, pilzhemmend, schmerzstillend, insektenabwehrend, krampflösend, entzündungshemmend

Wirkmechanismus

Lavendelblüten wirken beruhigend und angstlösend. Das ätherische Öl entfaltet auf der Haut aufgetragen pilzhemmende und antibakterielle Wirkungen, weshalb es sich auch als wundheilungsförderndes Mittel und zur Behandlung von Akne eignet. Zudem bewirkt Lavendel innerlich eingenommen entzündungshemmende und entspannende Wirkungen, die vor allem bei Reizmagen und Blähungen hilfreich sein können.

Lavendel Blüten beruhigend Angst Schlafstörungen Nervosität Stress

Sinnvolle Anwendungen (laut HMPC und ESCOP)

  • Als Tee, oder in Form des reinen ätherischen Öls (3 Tropfen auf einem Zuckerwürfel) bei Unruhezuständen, Einschlafstörungen und ängstlichen Verstimmungen
  • Der Tee oder in Form eines wässrig-alkoholischen Auszuges innerlich bei dyspeptischen Beschwerden (Reizmagen), nervösen Darmbeschwerden und Appetitlosigkeit

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin

  • Als reines ätherisches Öl in einer Mischung mit Mandelöl als Massageöl oder der Tee als Badezusatz äußerlich bei Verspannungen und Unruhezuständen
  • Das reine ätherische Öl äußerlich auf Insektenstiche und Aknepusteln
  • Als reines ätherisches Öl als insektenabwehrendes Mittel

Tagesdosierung

Die mittlere Tagesdosierung für Erwachsene liegt bei 5 g der getrockneten Blüten aufgeteilt auf 2 bis 3 Tassen Tee pro Tag. Für einen Badezusatz verwendet man 100 g getrocknete Blüten pro 20 l Wasser. Innerlich können 3 Tropfen ätherisches Öl auf einem Zuckerwürfel eingenommen werden.

Risiken und Nebenwirkungen

 Lavendel ist als Tee und sogar in Form des ätherischen Öls sehr gut verträglich. Allerdings sollte das Lavendelöl nie bei Kleinkindern und Säuglingen, sowie in der Nähe der Augen aufgetragen werden.

Anwendung bei Kindern

Auch wenn es keinerlei Hinweise auf negative Effekte bei Kindern gibt, wird die Anwendung aufgrund fehlender Daten erst ab 12 Jahren empfohlen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Es liegen keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung bei der Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit vor. Auf die innerliche Einnahme des reinen ätherischen Öls sollte in dieser Zeit allerdings verzichtet werden.

Rezept: Lavendeltinktur

Aus Lavendel lassen sich auch alkoholische Tinkturen und Auszüge herstellen, die als Gesichtswasser bei Akne und als Einreibung bei Muskel- und Gelenkschmerzen verwendet werden können. Hierzu werden 10 g Lavendelblüten mit ca. 100 ml 40-50% Alkohol übergossen, zwei Wochen stehen gelassen (in dieser Zeit immer wieder umgeschüttelt) und anschließend abfiltriert.

Kurioses: Aufgrund seiner insektenabwehrenden Wirkung, wird Lavendel seit Jahrhunderten als mottenabwehrendes Mittel in Kleiderkästen gelegt oder auf die Haut aufgetragen um sicher vor Insektenstichen zu sein.

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 2. Dezember 2018 (zuletzt aktualisiert am 14. Mai 2020)

Quelle: Assessmentreport der EMA (Europäische Arzneimittelagentur)

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