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Spitzwegerich – Beruhigt Husten

Spitzwegerich beruhigt trockenen Husten. Besonders als Tee oder Sirup wird dieser hierzu seit Jahrhunderten verwendet.

STECKBRIEF – SPITZWEGERICH

Verwendete Arten

Spitzwegerich (Plantago lanceolata L.)

Verwendete Pflanzenteile

Blätter

Sammelzeitpunkt

Die Blätter werden von Mai bis September gesammelt.

Wirkstoffe

Schleimstoffe, Iridoidglykoside (Aucubin, Catalpol), Kieselsäure, Flavonoide

Wirkeigenschaften

reizstillend, entzündungshemmend, antibakteriell

Wirkmechanismus

Die bis zu 6% enthaltenen Schleimstoffe üben gemeinsam mit dem Zuckeralkohol Sorbit einen schützenden Effekt auf die gereizten Schleimhäute aus. Aucubin und Catalpol – sogenannte Iridoidglykoside – wirken antibakteriell und Acteosid, ein Phenylethanoid, entfaltet entzündungshemmende Effekte. Ein günstiger Effekt konnte auch bei entzündlichen Veränderungen des Mund und Rachenraumes belegt werden.

Sinnvolle Anwendungen (laut HMPC und ESCOP)

  • Tee oder Sirup (am einfachsten Schichtsirup) bei Husten, vor allem bei Reizhusten
  • Tee oder Kaltwasserauszug als Spülung bei Entzündungen im Mund und Rachenraum

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin

  • Frisches Blatt leicht zerdrückt auf Insektenstiche
  • Frisches Blatt oder Presssaft auf Wunden und Geschwüre
  • Presssaft bei Ohrenschmerzen
  • Zerdrückte frische Blätter als Umschlag bei Kropferkrankungen

Tagesdosierung

3-6g der getrockneten Spitzwegerichblätter, aufgeteilt auf 2 bis 3 Tassen pro Tag.

Risiken und Nebenwirkungen

Nach derzeitigem Wissensstand sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keinerlei Nebenwirkungen zu erwarten.

Anwendung bei Kindern

Aufgrund fehlender Daten wird Kindern die Anwendung von Spitzwegerich erst ab 3 Jahren empfohlen. Als Tagesdosierungen ab 3 Jahren gelten:

3-4 Jahre4-10 Jahre10-16 Jahre
1-2g2-4g3-6g

Schwangerschaft und Stillzeit

Der Tee eignet sich auch während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Besonderheiten bei der Zubereitung

Da bei der Teeherstellung die für die antibakterielle Wirkung wichtigen Wirkstoffe nicht gebildet werden, bewirkt ein Presssaft oder ein Fluidextrakt bei der Anwendung zur Wundheilung und bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum ausgeprägtere Wirkungen. Alternativ kann auch ein Kaltwasserauszug (1,5g getrocknete Blätter auf 150ml Wasser) hergestellt werden.
Spitzwegerichblätter müssen rasch getrocknet werden (ca. 50°C im offenen Backrohr). Sind die getrockneten Blätter bräunlich gefärbt ist dies ein Hinweis auf eine schlechte Qualität. Denn diese bräunlichen Verfärbungen entstehen bei einer zu langen Trocknungszeit oder zu feuchter Lagerung.

Kurioses: Spitzwegerich, das sogenannte „Lungenblattl“ wird nachweislich seit dem Altertum in der Volksheilkunde verwendet. Dioskurides, ein berühmter griechischer Arzt im 1. Jahrhundert nach Christus, rühmte diesen bei Blutungen und auch Hildegard von Bingen erwähnte Spitzwegerich in ihren Aufzeichnungen aus dem 12. Jahrhundert.

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 1. Dezember 2018 (zuletzt aktualisiert am 12. Mai 2020)

Quelle: Assessmentreport der EMA (Europäische Arzneimittelagentur)

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