Wie macht man einen Schichtsirup?

Eine einfache Möglichkeit einen Hustensirup herzustellen ist der Schichtsirup. Am besten macht man diesen aus Spitzwegerich, Fichtenwipfel oder Zwiebel.

Rezept: Schichtsirup

  1. Zutaten:

    Pflanzenmaterial (immer frisch)
    Zucker

  2. Schicht für Schicht

    In ein breiteres Schraubglas gibt man eine Schicht Zucker, dann eine Schicht Pflanzenmaterial, dann wieder eine Schicht Zucker usw. (je 1cm) bis das Glas voll ist. Die letzte, oberste Schicht sollte immer Zucker sein und wird fest angedrückt.

  3. In den Kühlschrank

    Das Glas verschliessen und je nach Pflanze einige Tage (Meerrettich, Zwiebel, Rettich) bzw. 3-4 Wochen (Spitzwegerichblätter, Fichtentriebe, Löwenzahnblüten, Latschensprossen) in den Kühlschrank stellen.

  4. Abfiltrieren

    Den fertigen Sirup in saubere Flaschen abfüllen.

  5. Haltbarkeit und Lagerung

    Im Kühlschrank gelagert mindestens 3 Monate haltbar. Einzig der Zwiebelsirup ist zum sofortigen Gebrauch gedacht.

Was macht einen Schichtsirup so besonders?

Ein Schichtsirup ist eine sehr schonende Herstellungsart. Die im Pflanzenmaterial enthaltenen Inhaltsstoffe werden weder erwärmt, noch vorher einem Trocknungsprozess unterzogen. Schichtsirupe sind deshalb vor allem bei Pflanzen mit empfindlichen Inhaltsstoffen sinnvoll. Kocht man beispielsweise Spitzwegerichblätter zu einem Hustensirup, kommt ein Teil der antibakteriellen Inhaltsstoffe (Aucubin) durch die Hitze abhanden. Ein Zwiebel- oder Meerrettichsirup lässt sich gekocht überhaupt nicht herstellen. Auch bei ätherisch Öl reichen Pflanzen wie Fichtenwipfel und Latschensprossen zerstört die Hitze einen Teil der Wirkstoffe.

Mit welchen Pflanzen kann man einen Schichtsirup machen?

Besonders gut funktioniert der Schichtsirup mit Spitzwegerich, Fichtensprossen, Latschensprossen, Löwenzahnblüten, Meerrettich, Zwiebel und Rettich.
Zwiebel, Rettich und Meerrettich werden vor der Zubereitung in Scheiben geschnitten. Spitzwegerichblätter werden grob zerkleinert. Fichtenwipfel, Löwenzahnblüten und Latschensprossen werden dagegen nicht zerkleinert. Fichtenwipfel und Latschensprossen müssen allerdings noch im jungen harzreichen Zustand gesammelt werden.

Wie entsteht der Sirup?

Der Zucker entzieht dem Pflanzenmaterial durch osmotische Kräfte Flüssigkeit. Auf diese Weise werden auch Inhaltsstoffe der Pflanzen mit extrahiert und gelangen in den Sirup. Damit dieser Prozess funktioniert müssen im Glas genügend frische Pflanzen und genügend Zucker sein.

Gibt es eine Alternative zu Zucker?

Hohe Mengen an Zucker sind gefährlich. Aber wie bei allen Dingen macht die Dosis das Gift zu einem Gift. Kleine Mengen sind nicht gefährlich. Entsprechend offiziellen Empfehlungen der WHO sollte man pro Tag maximal 5 bis 10 Teelöffel Zucker zu sich nehmen. Natürlich kommt man mit dem Schichtsirup zusammen mit anderen Zuckerquellen schnell an diese Grenze. Allerdings handelt es sich hier um einen kurzfristig eingenommenen Hustensirup. Das Risiko hält sich deshalb insgesamt doch sehr in Grenzen. Alternativ kann man statt Zucker natürlich auch Honig verwenden. Verwendet man allerdings statt Zucker Honig (dies ist vor allem bei Meerrettich, Zwiebel und Rettich empfehlenswert) reduziert sich die Haltbarkeit – wegen des vermehrt vorhandenen Wassers im Honig – auf einige Tage. Der Vorteil von Zucker liegt also vor allem in der ausgezeichneten Haltbarkeit.

Und wie ist es mit Xylit?

Xylit, der sogenannte Birkenzucker, ist ein natürlicher Süßstoff und schmeckt ähnlich süß wie Zucker. Allerdings enthält dieser halb soviel Kalorien wie Zucker und befördert nicht Karies. Aber Xylit hat den Nachteil, dass man in größeren Mengen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Durchfall bekommen kann. Außerdem ist es durch das sehr aufwendige Extraktionsverfahren aus diversen Pflanzenfasern (früher aus Birkenholz, heute vor allem aus Maiskolben) teurer als Zucker.

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 2. Dezember 2019 (zuletzt aktualisiert am 3. Mai 2020)

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