Artischockenblüte

Artischocke

Artischocke ist nicht nur ein leckeres Gemüse, sondern gerade bei verschiedenen Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen sowie leicht erhöhten Cholesterinwerten ein überaus wirksames Heilmittel.

Verwendete Art: Artischocke (Cynara cardunculus L.)
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter und nicht aufgeblühte Artischockenblüten (letztere als Frischpflanzenpresssaft)
Sammelzeitpunkt: Die Blätter werden im August kurz nach dem Aufblühen der Pflanze gesammelt.
Wirkstoffe: Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone, wie Cynaropikrin), Kaffeesäurederivate (Chlorogensäure), Flavonoide
Wirkeigenschaften: Verdauungsanregend, blähungstreibend, cholesterinsenkend, galletreibend, leberschützend
Wirkmechanismus: Die Bitterstoffe regen über den bitteren Geschmack reflektorisch die Produktion verschiedener Verdauungssäfte an. Der Nahrungsbrei wird dadurch besser verdaut und Völlegefühl, Blähungen und leichte Krämpfe entstehen erst gar nicht oder bessern sich. Die enthaltenen Caffeoylchinasäuren wirken „choleretisch“, steigern also die Produktion von Gallenflüssigkeit. Als zusätzlichen Effekt vermindern vor allem die enthaltenen Flavonoide erhöhte Cholesterinwerte. Artischocke wirkt in den Leberzellen auch antioxidativ, wodurch die Leberzellen geschützt werden.

Artischockenblüte
Artischockenblüte

Wissenschaftlich belegte und von Fachgesellschaften (ESCOP, HMPC, Kommission E) empfohlene Anwendungen:

  • Die Blätter innerlich als Tee, Trockenextrakt oder Frischpflanzenpresssaft bei dyspeptischen Verdauungsbeschwerden mit Blähungen, Übelkeit und Völlegefühl sowie bei Beschwerden der ableitenden Gallenwege
  • Die Blätter innerlich als Tee, Trockenextrakt oder Frischpflanzenpresssaft bei erhöhten Blutfettwerten

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Die Blätter innerlich in Form eines Weinauszuges oder Kräuterschnapses als verdauungsanregendes Stärkungsmittel

Tagesdosierung: Die mittlere Tagesdosierung für Erwachsene liegt bei 6 g der getrockneten Blätter aufgeteilt auf 2 bis 3 Tassen pro Tag. Pro Tasse sollte man 1 Teelöffel der getrockneten Blätter verwenden.

Anwendung bei Kindern:
Es gibt keine Hinweise auf negative Auswirkungen bei Kindern. Wegen fehlender Daten wird Artischocke für medizinische Zwecke allerdings erst bei Kindern ab 12 Jahren empfohlen.

Risiken und Nebenwirkung: Bei Gallensteinen, Gallenentzündung oder bei einem Gallenverschlusses sollte Artischocke nicht verwendet werden, da sich das Krankheitsbild verschlimmern kann. In seltenen Fällen kann die Einnahme von Artischocke zu Sodbrennen und Übelkeit führen. Bei einer bekannten Allergie gegenüber Korbblütlern sollte man auf Artischocke verzichten.

Schwangerschaft und Stillzeit: Aufgrund fehlender Daten kann die Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit derzeit nicht empfohlen werden.

Anmerkungen zur Zubereitung: Die Wirkungen der Artischockenblätter oder des Frischpflanzenpresssaftes dürfen nicht auf die als Gemüse verzehrten und vorher gekochten Artischocken übertragen werden. Denn ein Großteil der für die Wirkung verantwortlichen Inhaltsstoffe (vor allem die leicht wasserlöslichen Bitterstoffe) gehen beim Kochen im Kochwasser verloren. Die gekochten Artischocken entfalten deshalb – im Vergleich zu den Blättern – nur mehr einen Teil der ursprünglichen Wirkung.

Kurioses: In Europa wird die Artischocke seit mehr als 2000 Jahren für kulinarische und medizinische Zwecke benutzt. Insbesondere in der arabischen Medizin des Mittelalters – vom arabischen „al-harsuf“ leitet sich auch der deutsche Name ab – wurde die Artischocke wegen ihrer heilenden Eigenschaften sehr geschätzt und in der Folge im Mittelmeerraum verbreitet.

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 12.01.2020

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