Magenbitter selbstgemacht

Ein Magenbitter ist mit wenigen Handgriffen schnell selbstgemacht. Er hilft bei Völlegefühl, Blähungen und leichten Bauchkrämpfen.

Rezept: Magenbitter selbstgemacht

  1. Zutaten

    3 g Tausendgüldenkraut
    2 g Wermutkraut
    3 g Bitterorangenschalen
    3 g Enzianwurzel (Gelber Enzian)
    1 g Ceylonzimt
    100 g 70% Alkohol

  2. Zutaten mischen

    Die getrockneten und grob zerkleinerten Pflanzenteile werden in einem mindestens 300 ml fassenden Gefäß mit dem Alkohol übergossen.

  3. Magenbitter ansetzen

    Nun lässt man den das Ganze 3 Wochen an einem lichtgeschützten Ort stehen. In dieser Zeit wird der Ansatz immer wieder kräftig umgeschüttelt.

  4. Abfiltrieren

    Anschließend filtriert man den gewonnenen Auszug in eine saubere Flasche mit Tropfaufsatz (erhältlich in unserem Shop) ab.

  5. Haltbarkeit

    Lichtgeschützt bei Raumtemperatur gelagert 2 Jahre haltbar.

  6. Anwendung

    Bei Völlegefühl, Blähungen, leichten Bauchkrämpfen oder Reizmagen. Auch der Appetit lässt sich effektiv steigern, wenn der Magenbitter eine halbe Stunde vor dem Essen eingenommen wird.

  7. Dosierung

    20 Tropfen verdünnt in einem halben Glas Wasser bis zu 3-mal täglich.

Warum helfen uns Bitterstoffe?

Enzian, Wermut, Tausendgüldenkraut und Bitterorangenschalen enthalten Bitterstoffe. Bitterstoffe regen über den bitteren Geschmack an Zunge und Gaumen reflektorisch die Produktion von Speichel- und anderen Verdauungssäften an. Dadurch werden Nahrungsmittel viel besser verwertet, Völlegefühl durch eine verbesserte Verdauung beseitigt, Blähungen gelindert und der Appetit gesteigert.

„Bitter durch den Mund und du bleibst gesund“
(Sprichwort aus dem 19. Jahrhundert)

Dass unsere Verdauungsorgane auf Bitterstoffe reagieren hat historische Gründe: Bitterstoffe kamen früher nämlich viel verbreiteter in unseren Nahrungsmitteln vor (aus den allermeisten Gemüsesorten wurden diese in den letzten Jahrhunderten herausgezüchtet). Durch den bitteren Geschmack wurde unsere Verdauung auf die nahenden Nahrungsmittel eingestimmt.
Aus diesem Grund haben wir auch 25 verschiedene Geschmacksrezeptoren an Zunge und Gaumen, wodurch wir eine Vielzahl an diversen bitteren Geschmäckern identifizieren können – im Gegensatz zu süß und sauer, hier haben wir je nur einen Typ an Geschmacksrezeptoren. Früher war diese Fähigkeit zur Unterscheidung auch deshalb wichtig, weil Bitterstoffe häufig in Giftpflanzen vorkommen.

Vorsicht bei Magengeschwüren und Sodbrennen

Die Risiken des Magenbitters liegen im anregenden Effekt auf die Magensäure. Bestehende Magenschleimhautentzündungen und Sodbrennen können sich dadurch verschlimmern, weshalb man bei bestehenden Problemen auf diesen verzichten sollte. Auch Kinder, Schwangere, Stillende und alkoholkranke Personen dürfen den Magenbitter wegen des enthaltenen Alkohols nicht einnehmen.

Naturschutz beachten!

Enzian und Tausengüldenkraut stehen unter Naturschutz! Deshalb ist jegliche Sammeltätigkeit verboten. Aber man muss trotzdem nicht auf diese verzichten, denn Enzianwurzeln und Tausengüldenkraut bekommt ihr – wie übrigens auch die anderen Zutaten – in jeder Apotheke oder auf diversen Kräuterhöfen zu kaufen. Die dort erhältlichen Pflanzen stammen aus angebauten Kulturen und belasten nicht die alpinen Bestände.

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 25. Juli 2020 (zuletzt aktualisiert am 12. Mai 2020)

Quellen und weiterführende Links:
Bitterstoffe in der Forschung (Zeitschrift für Phytotherapie)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.