Wie macht man eine Salbe

Wie macht man eine Salbe?

Wie macht man ein Salbe? Ganz einfach: kinderleicht. Ihr benötigt lediglich ein Öl, Bienenwachs und die gewünschte Pflanze.

Grundrezept: Salbe Nr.1

  1. Zutaten

    90 g Pflanzenöl (z.B. Mandel- oder Olivenöl)
    des gewünschten Pflanzenmaterial (z.B. Ringelblumenblüten)
    10 g Bienenwachs

  2. Mischen und langsam erwärmen

    Das pflanzliche Öl und das Pflanzenmaterial (Blüten, Wurzeln, Blätter oder Früchte) in einen kleinen Topf geben und langsam erwärmen. Pro 100 g Olivenöl mindestens 10 g Bienenwachs hinzugeben, je mehr Bienenwachs, desto fester wird die Salbe.

  3. Bienenwachs hinzugeben

    Pro 90 g Pflanzenöl ca. 10 g Bienenwachs hinzugeben, je mehr Bienenwachs, desto fester wird die Salbe. Möchte man eher eine flüssige Salbe etwas weniger, möchte man einen festen Lippenbalsam ca. 5 g mehr vom Bienenwachs.

  4. Nicht zu heiß werden lassen

    Den Topf nicht zu heiß werden lassen (max. ca. 80°C). Denn sonst werden die Pflanzen frittiert.Die Inhaltsstoffe können dadurch nur mehr schwer ins Öl gelöst werden oder werden durch die Hitze zerstört.

  5. Eine Nacht stehen lassen

    Nach 10 Minuten den Topf von der Herdplatte nehmen. Den Topf mit der Salbe eine Nacht an einem kühlen Ort stehen lassen. Hier können sich weitere Inhaltsstoffe aus dem Pflanzenmaterial herauslösen.

  6. Abfiltrieren

    Am nächsten Tag den Topf mit der Salbe kurz erwärmen und im flüssigen Zustand in die Tiegel abfüllen.

Salbe Nr.2: Zuerst einen Ölauszug herstellen

Alternativ hierzu kann man zuerst einen Ölauszug herstellen. Hierzu das Pflanzenmaterial mit einem pflanzlichen Öl übergießen und 2 Wochen an einen lichtgeschützten Ort stellen. In dieser Zeit immer wieder umschütteln und den Ölauszug nach 2 Wochen in eine saubere Flasche abfiltrieren. Hiervon 90 g mit 10 g Bienenwachs erwärmen und in gleicher Weise wie im obigen Rezept weiter verfahren.

Vom Schweineschmalz zum Pflanzenöl

Unsere Großeltern verwendeten für die Zubereitung ihrer Salben noch tierische Fette, wie Schweine- oder Gänsefett. Diese Salbengrundstoffe gehören heutzutage der Vergangenheit an, insbesondere wegen der sehr kurzen Haltbarkeit. Im Laufe des 20. Jahrhunderts kam dann Vaseline, ein Produkt aus der Erdölindustrie auf. Es war billig und sehr sehr lange haltbar. Die aus ökologischen Gründen bedenkliche Herkunft und der Umstand, dass Vaseline die Haut zu sehr abschließt sind die Ursachen, dass man heutzutage für die Salbenherstellung nach Alternativen sucht. Eine einfache Möglichkeit bietet die Kombination aus einem pflanzlichen Öl und Bienenwachs. Letzteres kann man im Reformhaus, in der Apotheke oder bei Imkern kaufen.

Welches pflanzliche Öl ist das richtige?

Für die Herstellung von Salben eignen sich beispielsweise Oliven-, Mandel-, Jojoba- oder Kokosöl. Dabei gibt es in Bezug auf Wirkeigenschaften und Kosten zwischen den einzelnen Ölen beträchtliche Unterschiede. Für Olivenöl spricht die Tatsache, dass es billig und leicht verfügbar ist, allerdings bekommt die fertige Salbe einen Grünstich und riecht nach Olivenöl. Mandel- oder Jojobaöl sind neutraler, die fertige Salbe wird gelb-weiß, außerdem ziehen sie schnell in die Haut ein. Mandelöl ist sehr hautfreundlich und auch bei sehr empfindlicher Haut gut verträglich. Jojobaöl hält sehr gut die Feuchtigkeit in der Haut, ohne dabei fettig zu wirken.
Kokosöl wirkt leicht kühlend und ist ebenfalls sehr gut rückfettend. Kokosöl gilt allerdings als komedogen, d.h. die Bildung von Mitessern kann durch Kokosöl erleichtert werden. Deshalb sollte man bei bestehenden Hautunreinheiten auf andere Öle ausweichen.

Aus welchen Heilpflanzen macht man eine Salbe?

Für die Herstellung von Salben eignen sich jene Heilpflanzen, die heilsame oder pflegende Eigenschaften auf der Haut ausüben oder entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften besitzen. Dies sind zum Beispiel JohanniskrautRingelblume, Beinwell (schmerzstillend, entzündungshemmend), Nussbaumblätter (entzündungshemmend), Kamille (wundheilungsfördernd, entzündungshemmend), Arnika und viele mehr.

Cremen nur mit Emulgator möglich

Die Frage: Wie macht man eine Salbe ist aufgeklärt, doch wie macht man statt einer Salbe eine Creme? Dies möchten wir euch in einem eigenen Beitrag erklären. Aber bis dahin folgendes: Möchte man in seine Salbenmischung auch alkoholische oder wässrige Lösungen einarbeiten, braucht es hierfür einen Emulgator. Dieser ist idealerweise pflanzlichen Ursprungs (beispielsweise 2-4% Emulsan II®, erhältlich über Apotheken (Deutschland) oder über den Onlinehandel) und bindet wässrige und ölige Bestandteile, damit die Creme nicht bricht.

Autor: Arnold Achmüller, erstellt am 2. Dezember 2019 (zuletzt aktualisiert am 2. Mai)

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